Kennen Sie als Pferdebesitzer diesen Moment:

Sie pflegen Ihr Pferd und stoßen dabei auf eine Erhabenheit der Haut.

Equines Sarkoid – Entstehung, Formen, Behandlungsmöglichkeiten

Kennen Sie als Pferdebesitzer diesen Moment: Sie pflegen Ihr Pferd und stoßen dabei auf eine Erhabenheit der Haut? Ein Tierarzt wird gerufen und nach einer eingehenden Untersuchung fällt die Verdachtsdiagnose Equines Sarkoid. Doch was bedeutet das und was ist zu tun? Dieser Text bietet Ihnen eine Übersicht über die Entstehung, deren Formen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Equines Sarkoid: Entstehung, Formen, Behandlung

Kennen Sie als Pferdebesitzer diesen Moment: Sie pflegen Ihr Pferd und stoßen dabei auf eine Erhabenheit der Haut? Ein Tierarzt wird gerufen und nach einer eingehenden Untersuchung fällt die Verdachtsdiagnose Equines Sarkoid. Doch was bedeutet das und was ist zu tun? Dieser Text bietet Ihnen eine Übersicht über die Entstehung, deren Formen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Das equine Sarkoid ist der häufigste Hauttumor des Pferdes und kann sich sehr unterschiedlich darstellen. Es ist eine der bedeutendsten Tumorerkrankungen, die bei Pferden diagnostiziert wird. Neben Pferden können auch Esel, Maultiere und sogar Zebras erkranken. Das equine Sarkoid wird als semimaligne beschrieben. Das bedeutet, dass es zwar keine Metastasen in entfernten Organen bildet, aber oft infiltrativ in das umliegende Gewebe einwächst. Es führt häufig durch starkes Wachstum und eine lokale Ausbreitung, sowie offenen Stellen zu Beeinträchtigungen des Pferdes. Betroffene Tiere können dann nicht mehr oder nur noch eingeschränkt genutzt werden.
Sarkoide bei Pferden sollten nicht als kosmetisches Problem, sondern immer als Krebserkrankung betrachtet werden, die in der Regel behandelt werden muss.

WAS IST EIN EQUINES SARKOID?

WAS IST EIN EQUINES SARKOID?

Das equine Sarkoid ist der häufigste Hauttumor des Pferdes und kann sich sehr unterschiedlich darstellen. Es ist eine der bedeutendsten Tumorerkrankungen, die bei Pferden diagnostiziert wird. Neben Pferden können auch Esel, Maultiere und sogar Zebras erkranken. Das equine Sarkoid wird als semimaligne beschrieben. Das bedeutet, dass es zwar keine Metastasen in entfernten Organen bildet, aber oft infiltrativ in das umliegende Gewebe einwächst. Es führt häufig durch starkes Wachstum und eine lokale Ausbreitung, sowie offenen Stellen zu Beeinträchtigungen des Pferdes. Betroffene Tiere können dann nicht mehr oder nur noch eingeschränkt genutzt werden.
Sarkoide bei Pferden sollten nicht als kosmetisches Problem, sondern immer als Krebserkrankung betrachtet werden, die in der Regel behandelt werden muss.

Ursachen des Equinen Sarkoids

Das equine Sarkoid hat eine multifaktorielle Genese. Es entsteht also durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren und hat somit nie nur eine Ursache. Eine entscheidende Rolle spielt aber immer die lokale Infektion mit dem bovinen Papillomavirus (BPV). Dieses Virus stammt ursprünglich vom Rind und tritt in zwei Varianten (BPV-1 und BPV-2) auf. Es wird sehr häufig auch bei gesunden Pferden nachgewiesen. Darüber hinaus muss das Pferd aber auch für dieses Virus empfänglich sein. Hier sind genetische Faktoren entscheidend. Dies erklärt auch, dass equine Sarkoide in manchen Zuchtlinien deutlich häufiger vorkommen als in anderen. Somit werden einige Tiere aufgrund ihrer genetischen Ausstattung niemals ein Sarkoid bekommen, bei anderen ist das Risiko von Natur aus höher.

Außerdem ist sowohl eine Eintrittspforte als auch ein Vektor bei der Infektion relevant. Eintrittspforten können kleinste Verletzungen sein, welche häufig bei Pferden vorkommen und vom Besitzer in der Regel nicht bemerkt werden. Als Vektoren kommen vor Allem belebte Vektoren in Frage, zum Beispiel Fliegen. Dies zeigt sich auch darin, dass die häufig von Fliegen besuchten Stellen wie Sattelgurtlage, Zwischenschenkelspalt, Auge, Ohr, Maulwinkel etc. besonders von equinen Sarkoiden betroffen sind, während sie zum Beispiel auf der Kruppe nahezu nie auftreten. Aber auch unbelebte Vektoren wie das Putzzeug sind potenzielle Überträger und sollten nicht nacheinander für Pferde mit Sarkoiden und anderen Pferden genutzt werden.

 

Wie schon erwähnt können sich Sarkoide sehr unterschiedlich darstellen und verhalten. Manche Sarkoide sind sehr unauffällig und zum Beispiel nur als eine kleine Fellveränderung erkennbar. Andere können eine enorme Größe entwickeln und unter anderem mechanische Probleme verursachen. Klinisch werden daher die Sarkoide in sechs unterschiedliche Formen eingeteilt. Wichtig ist dabei, dass eine Progression einer milderen Form hin zu einer deutlich aggressiveren Form jederzeit auch ohne erkennbaren Grund erfolgen kann.

Klinisches Erscheinungsbild des Equinen Sarkoids

Klinisches Erscheinungsbild des Equinen Sarkoids

Wie schon erwähnt können sich Sarkoide sehr unterschiedlich darstellen und verhalten. Manche Sarkoide sind sehr unauffällig und zum Beispiel nur als eine kleine Fellveränderung erkennbar. Andere können eine enorme Größe entwickeln und unter anderem mechanische Probleme verursachen. Klinisch werden daher die Sarkoide in sechs unterschiedliche Formen eingeteilt. Wichtig ist dabei, dass eine Progression einer milderen Form hin zu einer deutlich aggressiveren Form jederzeit auch ohne erkennbaren Grund erfolgen kann.

Okkultes Sarkoid

Okkulte Sarkoide: Das okkulte Sarkoid ist die unscheinbarste Form des Sarkoids und daher auch am schwersten zu identifizieren.  Häufig können nur kleine Veränderungen im Fell wahrgenommen werden, welche leicht mit einer Pilzinfektion (z.B. Trichophyton) verwechselt werden können, aber selbstverständlich auf eine Pilzbehandlung nicht ansprechen. Frühzeitig erkannt, könnte das okkulte Sarkoid vermutlich sehr gut mit chemotherapeutischen Salben behandelt werden. Sehr häufig erkennt man okkulte Sarkoide aber erst im Nachhinein, wenn sich das Sarkoid zu einer gravierenderen Form weiterentwickelt hat.

Verrukköses Sarkoid

Verruköse Sarkoide: Das verruköse, also warzenartige Sarkoid, zeigt sich mit unterschiedlicher Erhabenheit als haarlose Stelle, die eine schuppige oder borkige Oberfläche aufweist. Diese Form führt häufig noch zu keiner Beeinträchtigung des Pferdes, ist aber für den Reiter, zum Beispiel beim Putzen des Tieres, deutlich zu erkennen.

Durch die borkenartige Struktur kann es leicht zu Verletzungen und Irritationen kommen, was zu einem weiteren Wachstum und zur Progression zu einer schwereren Form führen kann.

Noduläres Sarkoid

Noduläre Sarkoide: Gut abgegrenzte Knoten in der Unterhaut des Pferdes sind nicht selten Sarkoide. Diese nodulären, also knotenartigen Sarkoide sind zum Teil gestielt, zum Teil aber auch mit breiter Basis anliegend vorzufinden. Sie können einzeln oder in Gruppen von mehreren Sarkoiden auftreten und erreichen nicht selten die Größe einer Walnuss, können aber auch deutlich größer werden. Sie können fest mit der Haut verwachsen oder verschieblich unter der Haut liegen.

Fibroblatisches Sarkoid

Fibroblastische Sarkoide: Als fibroblastisch bezeichnet man eigentlich Faserbildung; fibroblastische Sarkoide zeichnen sich daher durch eine überschießende Faserbildung mit der Entstehung einer oft fleischigen Zubildung aus. Sie sind in unterschiedlichen Größen häufig die Folge der Verletzung, Manipulation oder Irritation eines unkomplizierteren Sarkoids. Ebenso können sie nach der unvollständigen Entfernung eines Sarkoids wachsen. Es kann zu Blutungen, sowie zu zusätzlichen Entzündungen kommen. Durch den Austritt von Flüssigkeit sind diese Stellen für Fliegen häufig besonders attraktiv. 

Gemischte Sarkoide - Equines Sarkoid Pferd

Gemischte Sarkoide: Oftmals können Veränderungen nicht eindeutig zu einer Sarkoid-Form zugeordnet werden und zeigen Anteile unterschiedlicher Formen. Dies kann zum Beispiel im Rahmen der Progression, also dem Voranschreiten der Tumorerkrankung, häufig beobachtet werden. Sie können Anteile und Merkmale verruköser, nodulärer und fibroblastischer Sarkoide enthalten.

Malignes Sarkoid - Equines Sarkoid

Maligne Sarkoide: Das maligne Sarkoid ist die massivste Form des Sarkoids. Dieser Begriff ist etwas problematisch, da auch das maligne Sarkoid keine Fernmetastasen bildet. Es handelt sich noch immer um einen semimalignen Tumor. Allerdings bildet das maligne Sarkoid lokal, in der Regel entlang der Lymphbanhnen, viele weitere Sekundärtumoren. Dies macht die Behandlung der Sarkoide besonders problematisch.

Diagnose des Equinen Sarkoids

Symptome beim Pferd

Wie werden Equine Sarkoide erkannt?

Die Veränderungen, die durch equine Sarkoide hervorgerufen werden fallen vielen Besitzern beim Handling und vor allem beim Putzen ihrer Tiere auf. Dabei ist es wichtig diese Auffälligkeiten ernst zu nehmen und sie nicht als harmlose Warze anzusehen. Gerade in der frühen Phase sind die Veränderungen durch Sarkoide gering. Bereits zu diesem Zeitpunkt sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Tierarzt halten. Equine Sarkoide reagieren auf Irritationen, Manipulationen und Verletzungen häufig mit massivem Wachstum. Auch ein kleines Sarkoid sollte deshalb vor jeder Irritation geschützt werden. Alles was zu Juckreiz oder Schmerzen führen kann sollte vermieden werden um zu verhindern, dass das Pferd sich an dieser Stelle scheuert.

Die Diagnose „equines Sarkoid“ wird häufig klinisch gestellt, also alleine anhand des Erscheinungsbildes der Veränderung. Eine Biopsie liefert zuverlässig Aufschluss über die Genese, sollte aber nur dann durchgeführt werden, wenn sie für die weitere Therapie notwendig und eine Therapieoption klar ist. Ohne eine unmittelbar anschließende Therapie kann auch die Verletzung durch eine Biopsie zu unkontrolliertem Wachstum des Sarkoids führen. Nach einer Operation kann das entfernte Material in der Pathologie untersucht werden um Gewissheit zu erhalten.   

 

Sollten Sie eine verdächtige Veränderung bei Ihrem Tier entdeckt haben, ist Ihr Tierarzt der erste Ansprechpartner. Es gibt eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten für equine Sarkoide, jedoch muss ein Behandlungskonzept individuell für jeden Patienten und jedes Sarkoid erarbeitet werden. Gerne unterstützen wir Ihren Haustierarzt und Sie bei allen Fragen rund um die Strahlentherapie.

Bei equinen Sarkoiden gibt es, genau wie bei Hautkrebserkrankungen beim Menschen, keine universell anwendbare Therapie. Daher ist eine Therapie in Eigenregie in vielen Fällen kontraproduktiv! Beachten Sie beim Umgang mit equinen Sarkoiden bitte auch die 11 Regeln des equinen Sarkoids, die Prof. Derek Knottenbelt aufgestellt hat. Prof. Knottenbelt ist ausgewiesener Experte im Bereich der Pferdeonkologie und bietet gegen eine Gebühr auch eine unabhängige Beratung an, falls Sie eine Zweitmeinung oder zusätzliche Informationen benötigen (Equine Medical Solutions Ltd.).

Die Diagnose „equines Sarkoid“ wird häufig klinisch gestellt, also alleine anhand des Erscheinungsbildes der Veränderung. Eine Biopsie liefert zuverlässig Aufschluss über die Genese, sollte aber nur dann durchgeführt werden, wenn sie für die weitere Therapie notwendig und eine Therapieoption klar ist. Ohne eine unmittelbar anschließende Therapie kann auch die Verletzung durch eine Biopsie zu unkontrolliertem Wachstum des Sarkoids führen. Nach einer Operation kann das entfernte Material in der Pathologie untersucht werden um Gewissheit zu erhalten.   

Verdacht auf Equines Sarkoid: was tun?

Verdacht auf Equines Sarkoid: was tun?

Sollten Sie eine verdächtige Veränderung bei Ihrem Tier entdeckt haben, ist Ihr Tierarzt der erste Ansprechpartner. Es gibt eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten für equine Sarkoide, jedoch muss ein Behandlungskonzept individuell für jeden Patienten und jedes Sarkoid erarbeitet werden. Gerne unterstützen wir Ihren Haustierarzt und Sie bei allen Fragen rund um die Strahlentherapie.

Bei equinen Sarkoiden gibt es, genau wie bei Hautkrebserkrankungen beim Menschen, keine universell anwendbare Therapie. Daher ist eine Therapie in Eigenregie in vielen Fällen kontraproduktiv! Beachten Sie beim Umgang mit equinen Sarkoiden bitte auch die 11 Regeln des equinen Sarkoids, die Prof. Derek Knottenbelt aufgestellt hat. Prof. Knottenbelt ist ausgewiesener Experte im Bereich der Pferdeonkologie und bietet gegen eine Gebühr auch eine unabhängige Beratung an, falls Sie eine Zweitmeinung oder zusätzliche Informationen benötigen (Link Equine Medical Solutions).

Die Diagnose „equines Sarkoid“ wird häufig klinisch gestellt, also alleine anhand des Erscheinungsbildes der Veränderung. Eine Biopsie liefert zuverlässig Aufschluss über die Genese, sollte aber nur dann durchgeführt werden, wenn sie für die weitere Therapie notwendig und eine Therapieoption klar ist. Ohne eine unmittelbar anschließende Therapie kann auch die Verletzung durch eine Biopsie zu unkontrolliertem Wachstum des Sarkoids führen. Nach einer Operation kann das entfernte Material in der Pathologie untersucht werden um Gewissheit zu erhalten.   

Pferde die besonders häufig betroffen sind

Obwohl theoretisch jedes Pferd von Sarkoiden befallen werden kann, gibt es doch gewisse Häufungen. Das erste Auftreten eines equinen Sarkoids wird oft im Alter von etwa 4 Jahren beobachtet, aber auch bei sehr jungen oder deutlich älteren Tieren können Sarkoide auftreten. Grundsätzlich gibt es keine Altersgrenze für die Entstehung eines equinen Sarkoids. Ein empfängliches Tier kann auch in hohem Alter noch ein Sarkoid entwickeln. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die erfolgreiche Therapie eines Sarkoids keine lebenslange Heilung garantiert. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass das Tier an einer anderen oder auch an der ursprünglichen Stelle zu späterer Zeit ein neues Sarkoid entwickeln kann.

 

Eine genetische Disposition bei der Entstehung von Sarkoiden ist inzwischen häufig beschrieben. Das bedeutet, dass Pferde einiger Rassen und Linien häufiger betroffen sind als andere. Hierzu gehören unter anderem  Araber, Appaloosa und Quarter Horses. Dennoch können grundsätzlich alle Equiden Sarkoide entwickeln.

Behandlung und Therapie des Equinen Sarkoids

Die Therapie des equinen Sarkoids gestaltet sich häufig schwierig, da diese Tumore besonders häufig rezidivieren, also wieder aufkeimen. Die drei klassischen Säulen der Kresbstherapie sind die Chirurgie, die Chemotherapie und die Strahlentherapie. Diese werden auch bei der Behandlung des equinen Sarkoids erfolgreich eingesetzt. Darüber hinaus sind einige weitere Ansätze, mit teilweise unterschiedlichem Erfolg in der Anwendung.

Die Chirurgie bietet häufig die Möglichkeit, ein equines Sarkoid zu entfernen. Sie darf aber nur dann angewendet werden, wenn das Sarkoid vollständig und mit einem ausreichenden Sicherheitssaum entnommen werden kann. Doch auch bei vermeintlich vollständiger Entfernung ist die Rezidivrate bei der klassischen Chirurgie hoch und es kommt häufig zu einem Wiederaufkeimen des Tumors. Dieses Risiko kann durch spezielle Verfahren wie Elektrochirurgie, Laserchirurgie oder möglicherweise auch Kryochirurgie reduziert werden.

Die Chemotherapie wird bei einem equinen Sarkoid ausschließlich als lokale Therapie angewendet und kann entweder in Form von Salben auf den Tumor aufgetragen werden oder als Injektion direkt in den Tumor erfolgen. Beide Varianten sind vergleichsweise langwierig. Salben müssen bis zu zwei Mal täglich aufgetragen werden. Die sogenannte intralässionale Chemotherapie wird mehrfach im Abstand von wenigen Wochen durchgeführt. Für die Injektion des Chemotherapeutikums müssen die Tiere häufig in eine kurze Narkose      gelegt werden.

Equines Sarkoid Behandlung

Die Strahlentherapie, als dritte Säule der Krebstherapie, kann auch bei schlecht oder nicht operablen Tumoren eingesetzt werden. Sie zielt langfristig auf die Elimination des Tumors ab und schränkt die Teilungsfähigkeit der Tumorzellen so ein, dass sich das equine Sarkoid langsam zurückzieht. Die Strahlentherapie wird in mehreren Fraktionen angewendet und bedarf einer kurzen Narkose.

Wie bei den meisten Erkrankungen gibt es auch bei equinen Sarkoiden keine Therapie, die immer, sicher und garantiert wirkt. Keine Therapie ist vollständig frei von Nebenwirkungen. Um die Therapie möglichst optimal zu gestalten können die einzelnen Säulen der Tumortherapie auch kombiniert werden. So wird zum Beispiel die chirurgische Entfernung mit adjuvanter Strahlentherapie häufiger angewendet.

Darüber hinaus gibt es mehrere Ansätze zur Behandlung equiner Sarkoide, die auf eine Reaktion des Immunsystems abzielen. Dies sind unter anderem bakterielle Impfstoffe aus der Gruppe der Mykobakterien. Außerdem kann ein autologer Impfstoff aus Tumorteilen hergestellt und dann injiziert werden.

Ansteckung: Gefahr beim equinen Sarkoid?

Der Übertragungsweg des equinen Sarkoids ist noch nicht hinreichend geklärt. Über lange Zeit wurde angenommen, dass die bovinen Papillomviren von Rindern auf Pferde übertragen werden. Neuere Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass sich die Viren bei Rind und Pferd unterscheiden. Das legt die Vermutung nahe, dass die Übertragung von Pferd zu Pferd stattfindet. Papillomviren weisen eine hohe Umweltresistenz auf und können lange in Hautschuppen auf Putz- oder Sattelzeug persistieren. Auch konnte infektiöse DNA an Fliegen und Bremsen nachgewiesen werden, die in der Nähe von Sarkoid erkrankten Equiden gefangen wurden. Aus diesen Gründen sollte im Stall darauf geachtet werden, keine Putz- oder Sattelsachen zwischen erkrankten und gesunden Tieren zu tauschen, an Sarkoiden erkrankte Tiere in Einzelboxen aufzustallen, Kopelgruppen mit erkrankten Tieren zu bilden oder ein älteres Pferd dazuzustellen, da diese ein deutlich geringeres Risiko haben, an Sarkoiden zu erkranken. Ein genereller Insektenschutz ist eine gute Prophylaxe für alle ansteckenden Infektionskrankheiten, in der Realität aber selten konsequent durchführbar.  

Immer wieder hört und liest man von diversen alternativen und scheinbar sehr leichten Behandlungsformen. Diese Enzelfallberichte sollten immer kritisch hinterfragt werden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass equine Sarkoide in seltenen Fällen spontan und ohne jegliche Therapie verschwinden können.

Oft kommen auch homöopathische Mittel zum Einsatz, die das Wachstum des Tumors verringern sollen. Auch Thuja, Mistelextrakt und Propolis sind beschrieben. Zu diesen Verfahren liegen derzeit keine gesicherten Studienergebnisse vor, die deren Wirksamkeit beweisen.

Was sind weitere Behandlungen?

Was sind weitere Behandlungen?

Immer wieder hört und liest man von diversen alternativen und scheinbar sehr leichten Behandlungsformen. Diese Enzelfallberichte sollten immer kritisch hinterfragt werden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass equine Sarkoide in seltenen Fällen spontan und ohne jegliche Therapie verschwinden können.

Oft kommen auch homöopathische Mittel zum Einsatz, die das Wachstum des Tumors verringern sollen. Auch Thuja, Mistelextrakt und Propolis sind beschrieben. Zu diesen Verfahren liegen derzeit keine gesicherten Studienergebnisse vor, die deren Wirksamkeit beweisen.

Aktuelle Studien und neue Behandlungen

In einer Studie ist die Verwendung antiviraler Salben beschrieben. Hier kommt zum Beispiel der Wirkstoff Aciclovir zur Anwendung, der sonst hauptsächlich in der Behandlung von Erkrankungen durch Herpesviren verwendet wird.

Ein anderer, in der Zukunft vielversprechender Therapieansatz ist die Immunstimmulation.

Diese kann sowohl spezifisch, als auch unspezifisch sein. Bei einer unspezifischen Immunantwort werden sogenannte Fresszellen (z.B. Makrophagen oder Granulozyten) aktiv und beseitigen körperfremde Partikel, auch wenn der Körper zum ersten Mal in Kontakt mit der Substanz kommt. So eine Immunantwort kann man durch Injektionspräparate anregen.

Eine spezifische Abwehr ist eine speziell auf den Eindringling zugeschnittene Immunabwehr. Haupakteure sind dabei die B-Lymphozyten, welche Antikörper produzieren.  In der Humanmedizin führte die Erforschung der humanen Papillomviren zu einem heute breit verfügbaren Impfstoff und wurde mit dem Nobelpreis für Harald zur Hausen gewürdigt. Für das equine Sarkoid stehen solche Impfstoffe noch aus.

Die 11 Regeln des equinen Sarkoids

Diese Regeln wurden von Prof. Derek Knottenbelt aufgestellt und mit seiner freundlichen Genehmigung ins Deutsche übersetzt.

  1. Sarkoide sind “Krebs”, keine „Warzen“.
  2. Die Mehrzahl der Pferde ist empfänglich für equine Sarkoide. Es gibt keine grundsätzliche Alters-, Geschlechts- oder Farbdisposition – aber einige Zuchtlinien haben ein höheres bzw. niedrigeres Risiko.
  3. Ein Pferd mit einer Läsion, unabhängig davon ob sie sich verkleinert, stagniert oder sich vergrößert, ist empfänglich für Sarkoide. Die genetische Empfänglichkeit bleibt ein Leben lang bestehen. Daher muss mit neuen Läsionen auch an entsprechend behandelten Stellen gerechnet werden. Nicht alle Tiere entwickeln neue Tumoren.
  4. Je mehr Läsionen ein Pferd hat, umso mehr wird es entwickeln. Das Gegenteil trifft aber auch zu, daher sollten Sarkoide nicht unbehandelt bleiben. Es sollte jede Anstrengung unternommen werden um die Tumorlast sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Anzahl zu reduzieren, da dies das Risiko weiterer Sarkoide reduziert.
  5. Sarkoide vermehren sich über Sommer und wachsen über Winter. Selbstverständlich ist dies eine starke Vereinfachung, da jeder Tumor mit einer einzigen Zelle startet und da Fliegen ein wichtiger Mechanismus bei der Übertragung des Tumors von einer Lokalisation zur anderen desselben Pferdes zu sein scheinen. Daher ist die Fliegenkontrolle ein kritischer Punkt. Die Übertragung passiert über Sommer. Da die Tumore erst sichtbar werden nachdem sie gewachsen sind, fallen sie häufig im Winter oder Frühjahr auf.
  6. Nahezu immer werden Sarkoide mit der Zeit größer, schwerer zu beherrschen, und aggressiver im Verhalten. Nichtsdestotrotz bleiben einige Läsionen unterschiedlich lange Zeit, von Wochen bis Jahrzehnten, stabil. Ohne erkennbare Gründe können sie sich plötzlich über Tage und Wochen massiv verschlimmern und wachsen.
  7. Manipulation verursacht Verschlechterungen. Versehentliche Verletzungen und Traumata, Biopsienahmen, unvollständige chirurgische Entfernung und sogar palliative Maßnahmen zählen als Manipulation. Unüberlegte Therapieversuche sind ebenfalls Manipulationen und sollten auf jeden Fall verhindert werden, ebenso wie unnötige und unbegründete Manipulationen. Zahnpasta, Kurkuma, Ausbrennen sind Manipulationen und keine Therapie!
  8. Die Therapie eines equinen Sarkoids ist IMMER schwierig und teuer. Über 40 unterschiedliche Therapieformen sind beschrieben. Keine dieser Methoden ist universell und immer einsetzbar. Ein erfolgloser Therapieversuch führt zu einer signifikant schlechteren Prognose der folgenden Therapiemöglichkeiten. 40% schlechtere Prognose pro Fehlversuch wird vermutet. Daher muss die beste zur Verfügung stehende Therapie als erstes angewendet werden. Einsparungen bei der Therapie sind letztendlich selten wirtschaftlich.
  9. Es gibt sechs unterschiedliche Formen des equinen Sarkoids. Diese repräsentieren das Spektrum der klinischen Erscheinung und des pathologischen Verhaltens. Diese Variabilität erschwert zuweilen die Differenzierung von anderen Hauttumoren, Entzündungen und Infektionskrankheiten.
  10. Wunden bei einem Pferd mit equinen Sarkoiden bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Dies gilt vor allem für Wunden in einiger Entfernung zum Sarkoid. Die Veränderung einer Wunde hin zu einem Sarkoid ist der Hauptgrund von Wundheilungsstörungen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt.
  11. Sarkoide können unter gewissen Umständen unbehandelt bleiben. Es ist besser nichts zu tun als das Falsche. Ihr Tierarzt berät Sie bei der Entscheidung, welches Sarkoid behandelt werden muss und welches nicht. Weitere Unterstützung erhalten Sie oder Ihr Tierarzt auch bei der Equine Medical Solutions Ltd.