Ablauf der Behandlung
6. Februar 2025
Dr. Jan Kuntz
& Team
Die Patienten kommen zu ihrem vereinbarten Termin zu Equinox. Aufgrund der bevorstehenden Narkose müssen sie jedes Mal nüchtern sein, also 8-12 Stunden kein Futter gefressen haben. Damit sich die Patienten möglichst wohl fühlen und es gar nicht erst zu Aufregung kommt, versuchen wir die Wartezeiten möglichst kurz zu halten.
Vor jeder Fraktion werden die Patienten allgemein untersucht. Eine präanästhetische Untersuchung ermöglicht es das individuelle Risiko einzuschätzen. Eventuell auftretende besondere Befunde können wir vor der Narkose mit Ihnen besprechen. In seltenen Fällen muss die Behandlung für einen oder wenige Tage ausgesetzt werden.
Die Medikamente während der Behandlung werden über einen Zugang direkt in die Vene gegeben. Vor der eigentlichen Narkose bekommen die Tiere eine Sedation. Die macht die Tiere schon etwas müde und die Narkose kann mit weniger Narkosemedikamenten noch schonender erfolgen.
Erst nach dem Einleiten der Narkose und dem sichern der Atemwege werden die Tiere zum Beschleuniger gebracht.
Im Bestrahlungsraum werden die Patienten in den individuell angefertigten Lagerungshilfen positioniert und an ein Narkosegerät angeschlossen. Die Patienten werden dabei umfangreich überwacht: Atemgase werden direkt im Narkosegerät gemessen, darüber hinaus werden weitere Vitalparameter wie Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und EKG permanent überwacht. Übrigens: Die Messungen werden während der Strahlentherapie auch nach außen übertragen, so haben wir die Situation jederzeit im Blick.
Nach der Lagerung wird die Position des Patienten noch einmal überprüft. Dazu nutzen wir einen On-Board-Imager (OBI), also ein Computertomographiesystem, das der Beschleuniger schon an Board integriert hat. Kleinste Abweichungen können über einen motorisierten Tisch noch ausgeglichen werden.
Die eigentliche Bestrahlung dauert oft nur eine oder wenige Minuten. Sie läuft computergestützt und vollautomatisch ab. Dabei ist der Patient natürlich überwacht. Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, kann die Bestrahlung sofort unterbrochen werden. Übrigens: Die Bestrahlung selbst ist nicht schmerzhaft. Man kann die ionisierende Strahlung nicht einmal spüren: Es gibt keine Sinneswahrnehmung dafür.
Die Aufwachphase beginnt bereits im Bestrahlungsbunker. Wir reduzieren das Narkosegas so früh, dass die Tiere möglichst bald nach der Behandlung wieder wach werden. Dabei werden sie ständig beobachtet und die Vitalparameter überwacht. Durch die Bestrahlung geht keine zusätzliche Gefahr von dem Tier aus. Die Tiere werden nicht radioaktiv!
Nach der Behandlung dürfen die Patienten in Ruhe und ohne Stress wach werden. Während die einen schnell aufstehen und auch gleich toben würden, schlafen die anderen gerne noch etwas länger auf der kuscheligen Wärmematte.
Die meisten Kleintierpatienten werden ambulant behandelt. Sie dürfen nach der Therapie nach Hause gehen und das Frühstück nachholen. Stationäre Patienten bekommen Futter, sobald die Narkose ausreichend abgeklungen ist. Der Zugang kann oft liegen bleiben, wenn am nächsten Tag ebenfalls eine Behandlung stattfindet. Das spart einen erneuten Piks.